Einschränkende Glaubenssätze

Wie entstehen negative Glaubenssätze und wie kann man sie in positive umwandeln?

In der Kinesiologie arbeiten wir sehr viel mit (oft unbewussten) einschränkenden Glaubenssätzen, wie z.B.

  • Ich bin dumm.
  • Ich habe es nicht verdient, glücklich zu sein.
  • Ich gehöre nicht dazu.
  • Ich bin schuld.
  • Ich darf nicht ganz gesund sein.

Aber wie entstehen diese negativen Einstellungen?

Entstehung einschränkender Glaubenssätze

Stell dir folgende Situation vor: Ein Bub, nennen wir ihn Tom, kommt nach Hause und findet dort seine wütenden Eltern vor. Diese haben soeben einen Anruf von der Lehrerin bekommen, indem sie erfahren haben, dass sich Tom heute mit einem anderen Jungen geprügelt hat. Ohne Vorwarnung stürmt der Vater zu Tom und gibt ihm eine schallende Ohrfeige. Die Mutter schreit: „Hast du sie noch alle? Wie kannst du nur sowas Blödes machen? Ab in dein Zimmer, ich will dich nicht mehr sehen!“ Ohne sich rechtfertigen zu können – die Eltern wissen nämlich nicht, dass er schon seit einigen Wochen von vielen Klassenkameraden gemobbt und bedroht wird und nun endlich einmal versucht hat, sich zu wehren – verschwindet er in sein Zimmer.

Was geht nun im Kopf von Tom vor?
Im Gehirn gibt es einen Teil, der sich Amygdala (Mandelkern) nennt. Diese lernt über Emotionen, besonders über Angst und Schock. Und sie lernt sehr schnell. Da Tom wohl gerade beide Emotionen durchgemacht hat, wird die Amygdala sämtliche Ereignisse, die während des Schocks geschehen sind, unüberprüft (d.h. es wird nicht darauf geachtet ob überhaupt ein direkter Zusammenhang zwischen der Angst und den Dingen besteht) zusammenraffen. Man kann es sich so vorstellen, dass man nach allen vier Tischtuchzipfeln eines gedeckten Tisches greift und diese mitsamt des Geschirrs, des Essens, der Deko, etc. zusammenpackt. Sogar die dabei gehörte CD und der Raumduft wird dazugestopft. (Quelle: Susanne Hühn, Heilung für das innere Kind – die Praxis, S. 14ff.)

So wird es auch Tom gehen. Er wird das wütende Gesicht der Eltern, die Ohrfeige und die damit verbundene Angst, das unfaire Verhalten der Eltern, die ihn nicht einmal erklären lassen, was passiert ist, und die damit verbundene Verletzung, vielleicht auch die Farbe von Papas Gewand, die Musik aus dem Radio, die gerade läuft – all das – gedanklich in eine Schublade stecken. Auf diese Lade wird er „Gefahr verlassen zu werden“, „Gefahr: körperliche Gewalt“, „Ich bin es nicht Wert, ich bin schlecht“ oder ähnliches notieren. Dies ist der Ursprung des negativen Glaubenssatzes. Gerät Tom in Zukunft immer wieder in solche Situationen wird sich der Glaubenssatz und viele weitere negative immer tiefer manifestieren.

Wie wird man diese negativen Glaubenssätze wieder los?

Im Fall von Tom bedarf es wohl sehr vieler positiver Erlebnisse, die ihm erst mal beweisen müssen, dass er doch nicht so schlecht ist, wie er glaubt. Denn neben dem ersten Schaltkreis der Amygdala, der dafür sogt, dass ein Ereignis mit Angst verknüpft wird, gibt es einen zweiten. Dieser sorgt dafür, dass das Ereignis wieder von Angst befreit wird, nämlich dann wenn es öfter positiv erlebt wird – dieses Mal jedoch ohne bedrohliche Auswirkungen. Tom muss also immer wieder von der Schule heimkommen und Eltern vorfinden, die ihm zeigen, dass sie ihn lieben – indem sie ihn lächelnd begrüßen, am besten noch umarmen und ihm ein Bussi geben.

Ein wichtiger Punkt kommt hier noch dazu: Das Gehirn ist darauf trainiert, Schmerz zu vermeiden. Tom wird unbewusste Tricks anwenden und neue Verhaltensregeln für sich aufstellen, um nie wieder diese Gefahrenlade berühren zu müssen. Dabei bildet er teilweise merkwürdige kognitive Verknüpfungen, welche nicht hinterfragt werden, weil sie unbewusst entstehen. So könnten sich bei Tom (unbewusst!!!) folgende Glaubenssätze manifestieren:

  • Wenn ich keine Gefühle zeige, dann merkt niemand, dass ich welche habe.
  • Wenn ich erst gar niemanden an mich heranlasse, werde ich auch nicht enttäuscht.
  • Ich muss brav sein, damit meine Eltern mich lieb haben.

Denn selbst wenn Toms Eltern gleich nach der Situation, die vollkommen aus den Fugen geraten ist zu ihm kommen und sich entschuldigen, ihn trösten, umarmen und ihm versprechen, dass so etwas nie wieder vorkommt, ist zwar ein wichtiger Teil getan. Die Schublade ist jedoch trotzdem bereits entstanden und Tom wird diese erstmal sicher versperren, damit er sich im Sinne der Schmerzvermeidung halbwegs sicher fühlen kann. Vermutlich erst als Erwachsener (oder wenn die Eltern auf Grund seines veränderten Verhaltens alamiert werden) wird dann der eine oder andere Glaubenssatz in Frage gestellt werden.

Hilfe mit Kinesiologie

Und hier kommt die Kinesiologie ins Spiel: Mit dem kinesiologischen Muskeltest und verschiedener Farbbrillen wird aufgedeckt, was der Ursprung dieses Glaubenssatzes ist – d.h. welche(s) Ereignis(se) für die jeweilige Einstellung prägend war(en).

Umwandlung einschränkender Glaubenssätze in freimachende

Während einer kinesiologischen Sitzung schauen wir uns das prägende Ereignis noch einmal an und beziehen dabei alle dazugehörigen Elemente (Emotionen, Personen, Düften, Gegenständen, Farben, etc.) gedanklich und energetisch mit ein. So wird etwa die Angst noch einmal (dieses Mal in einem sicheren Raum!) erlebt, die Personen, Farben, etc. visualisiert, die Gerüche wahrgenommen und schließlich alles mit sanften Methoden von der betroffenen Situation entkoppelt. Man erinnert sich dann zwar noch an das Ereignis, der Schalter im Gehirn springt aber nicht gleich wieder automatisch auf Alarmstufe um. Man kann das Erlebte nun objektiver betrachten. Zuletzt werden die negativer Glaubenssätze in freimachende umgewandelt, z.B.:

  • Ich darf Gefühle zeigen.
  • Ich bin ein guter Mensch und habe es verdient glücklich zu sein.
  • Ich bin gut so wie ich bin.
  • Ich kann mir Hilfe holen, wenn ich sie brauche.
  • Ich darf mir selbst vergeben.

Diese Sätze werden in den nächsten Wochen immer wieder ausgesprochen und dabei entspannende Akupressurzonen beklopft:

Glaubenssatzarbeit bei übernommenen Gefühlen 

Unter einem übernommen Gefühl oder Schicksal versteht man eine Belastung, die einem ursprünglich nicht selbst gehörte. Vielmehr hat man versucht eine geliebte Person zu entlasten, indem man ihr diese negativen Gefühle abgenommen hat. Dies geschieht meist schon im Kindesalter. Ziel der kinesiologischen Sitzung ist es, in einem innerem Dialog der entsprechenden Person das Gefühl wieder in Liebe und Achtung zurückzugeben und wieder seine eigenen Gefühle mehr in der Vordergrund zu holen. Auch hier werden in den nächsten Wochen bestimmte Glaubenssätze geklopft.

Bachblüten runden meine kinesiologische Arbeit mit Glaubenssätzen ab.

Du möchtest schaun, welche negativen Glaubenssätze sich hinter deinem Verhalten verbergen? Dann melde dich bei mir. Ich helfe dir gern!